Also doch: Ottweiler hat närrischen Prinzen

Hagen I. übernimmt Fetten Donnerstag die Amtsgeschäfte

Mit einer Rede hat Prinz Karneval am 11.11.2014 den Thron bestiegen. Als Einzelherrscher will er die Macht an sich reißen. Und Bürgermeister Holger Schäfer? Den schickte er in den Winterschlaf.


Ottweiler. Vergangene Session musste die einstige Residenzstadt ohne erwachsene Tollitäten auskommen. Der Karnevalsverein (KV) Bürgergarde Ottweiler (BGO) hob zwar die Kinderprinzessin Bianca I. von Turn und Takt mit Hofdame Baronesse Anika von nebenan in den Adelsstand. Der KV So war noch nix 1847 Ottweiler rief indes eine Republik aus. Und diesmal?

Bis gestern Abend blieb es ein gut gehütetes Geheimnis, ob es dem närrischen Hofstaat geglückt ist, einen vermeintlich Blaublütigen zu inthronisieren. Während des Fastnachtsauftakts, den die Stadt Ottweiler im Schlosstheater erstmals veranstaltete, präsentierte So-war-noch-nix-Präsident Thomas Jahn zur Überraschung vieler Prinz Karneval: Matthias Zimmermann will demnach die Geschicke allein lenken. Als Prinz Hagen I. gab er eine kurze Thronrede und schickte den krankheitsbedingt abwesenden Gastgeber, Bürgermeister Holger Schäfer, in Winterschlaf – was dem in seiner Behörde wohl nicht schwer fallen dürfe. Der Prinz zeigte sich mit dem Gesamtzustand der Verwaltung „im Großen und Ganzen“ zufrieden. Lobte das nicht enden wollende Mammutwerk Ampelbau an der die Stadt zerteilenden B 41 und verordnete Taxifahrern einen Lächelkurs bei der Volkshochschule

Was ist mit einer Prinzessin an seiner Seite? Fehlanzeige. Schließlich wolle er die Macht in der diesmal deutlich kürzeren Session für sich allein beanspruchen. Aschermittwoch ist bereits am 18. Februar, zwei Wochen früher als zuletzt.

Übrigens ist die neuerliche Alleinherrschaft kein Novum. 1950 war Michael Jantzen solo, es folgten weitere. Auch eine Republik wie im Vorjahr ist kein Einzelfall in Ottweilers Fastnachtsgeschichte.
Wenn der jetzige Prinz nicht für Fastnacht unterwegs ist, arbeitet er als Redakteur der Saarbrücker Zeitung. Beim So war noch nix tanzt der gebürtige Hagener im Männerballett sowie in der Showtanzgruppe der Prinzengarde. In Wadern aufgewachsen, engagierte sich Zimmermann als Kind in der Karnevalsgesellschaft (KG) 1897 Mir sin net so, später beim Weiskircher KV Grün-Weiß-Rot 1971. Seit 2007 lebt der heute 44-Jährige in Ottweiler. Wenn’s um Stimmungsmusik geht, setzt er auf Kölsche Töne. Besonders schätzt er die Rock-Pop-Formation Brings, die seit über 20 Jahren den rheinischen Karneval prägt. red
Foto: Bonnenberger

Sessionseröffnung

Sessionsauftakt mit Preisträgern




Fastnacht: Stadt Ottweiler lädt erstmals ins Schlosstheater

11.11., 19.11 Uhr: Der närrische Terminkalender soll pünktlich beginnen. 

Dazu haben zahlreiche Vereine ein karnevalistisches Programm zusammengestellt. 

Der Eintritt ist frei.

Ottweiler. Starteten die Faasendbooze in den zurückliegenden Jahren eher zurückhaltend in die fünfte Jahreszeit, hat in diesem Jahr die Stadt Ottweiler die Regie in die Hand genommen und lädt zum großen Auftakt ins Schlosstheater. Ein abendfüllendes Unterhaltungsprogramm wollen Vereine präsentieren. Sie bereiteten bereits seit Sommer den Sessionsstart vor. Die Akteure kündigen Tänze, Büttenreden und Musik an.
So sollen laut Plan auch die jüngsten Karnevalisten an dem Fest dabei sein, das am Dienstag, 11. November, 19.11 Uhr, beginnt. Die Kindergarden der Vereine werden mit dem Fanfarenzug in den Saal einmarschieren.
Der Karnevalsverein Bürgergarde schickt sein Jugendmariechen auf die Bühne. Die junge Truppe um den Lautenbacher Carnevalsverein (LCV) Obschd unn Gaadebau will mit einer Büttenrede das Publikum zum Lachen bringen.
Auf vielen Veranstaltungen während der Fastnachtszeit ist die Gesangsgruppe Die Abgefillde zu Gast. Darum ist auch an diesem Tag ein Auftritt dieser Spaßtruppe vorgesehen. Tänzerisches versprechen des Weiteren die Gewitterhexen sowie die Jugendgarde der Bürgergarde. Musikalisches haben die katholischen Frauen eingeplant.
Der laut Verband saarländischer Karnevalsvereine (VSK) älteste KV, So war noch nix 1847 Ottweiler, lässt sein Männerballett auftreten. Die erst für die vergangene Session neu formierte Gruppe erzielte mit ihrem Tanz um eine imaginäre Fluggesellschaft während des Männerballett-Festivals in Landsweiler-Reden im März in der Kategorie Choreografie auf Anhieb den ersten Platz.


Neue Regentschaft?

Durchs Programm führen die Vereinsvorsitzenden und Präsidenten. So-war-noch-nix-Präsident Thomas Jahn stellt den Karnevalsorden 2014/2015 vor. Zudem soll das Geheimnis gelüftet werden, ob in der einstigen Residenzstadt Ottweiler wie im Vorjahr erneut eine Republik ausgerufen wird oder Tollitäten bis Mitte Februar die Regentschaft an sich reißen. Der Eintritt ist frei. 

Auf einen Blick
Teilnehmer am Programm: Fanfarenzug 1961 Ottweiler, Lautenbacher Carnevals-Verein (LCV) Obschd & Gaadebau, Gewitterhexen, Waschfrauen der katholischen Frauengemeinschaft, Heimat- und Kulturverein Ottweiler, Bürgergarde Ottweiler, Karnevalsverein (KV) So war noch nix 1847 Ottweiler .

Trainingswochenende

Die Taschen gepackt, die (Luft-) Matratze überprüft, die Vorfreude auf dem Siedepunkt – das Trainingswochenende des So war noch nix 1847 Ottweiler konnte starten!! 3 (tolle) Tage lang ging in der Schulturnhalle in Fürth die Post ab! Vom 17.10.2014 bis zum 19.10.2014 zeigte der älteste saarländische Karnevalsverein, wie wichtig ihm der Nachwuchs, die Gemeinschaft und der Zusammenhalt ist.
Der Tradition gemäß läutete unsere Juniorengarde freitags das Wochenende mit Übernachtungen ein. Bevor sich mit Pizza gestärkt werden konnte, standen erst 3 Stunden schweißtreibendes Training auf dem Programm. Beim ebenso traditionellen Kinoabend konnte anschließend ausgiebig „gechillt“ werden.
Am Samstag nach dem Frühstück hieß es dann: Aufwärmen, Schrittkombinationen üben, am aktuellen Tanz feilen, dehnen, Krafttraining und und und… zur Entspannung: Basteln von Halloween-Dekorationen. An diesem Tag stießen auch die Kinder- und die Jugendgarde mit ihren Trainerinnen Andrea Schreiner und Natalie Thull dazu. Das erste Highlight des Tages war – das Mittagessen! Und anschließend durften die „Kleinen“ auch mal bei den „Großen“ kiebitzen: Die Prinzengarde, die Showtanzgruppe und das Männerballett zeigten ihr Können und brachten mit ihrer Trainingseinheit den Nachwuchs zum Staunen. Und damit nicht genug, gab es anschließend ein HipHop-Sondertraining mit Madeline Engels vom amtierenden deutschen Meister der Profis, der Formation Skull Crew, für Alle. 1 Stunde HipHop vom Feinsten. Das hielt selbst die Vereinsführung nicht mehr auf den Sitzen: Mehrere Vorstandsmitglieder steppten, beugten, tanzten mit! Und auch für die Kleinsten wurde es nie langweilig! Die ganze Zeit konnten Sie mit Andrea und Natalie basteln, malen, spielen! Zum Abendessen versorgte das Männerballett die hungrigen Garden mit Gegrilltem und die Showtanzgruppe mit leckeren Salaten. Ein gemeinsamer Spieleabend schloss sich diesem ereignisreichen Tag  an: 10 kleine lustige Spiele wie z.B. „Wer hat zuerst eine Babyflasche ausgetrunken“ oder „Wer schafft es am schnellsten, 6 Butterkekse zu essen“ sorgte noch einmal für Hochstimmung. Die notwendige Bettruhe wurde durch einen neuerlichen Filmeabend eingeleitet.
Der Sonntag, der letzte Tag, gehörte im ertsen Teil wieder ganz dem Training,
bevor es nach einem tollen Mittagessen zum Leidwesen aller hieß: aufräumen, abbauen, Abschied nehmen... Alles in allem war es ein überaus gelungenes Wochenende, das jedem Spaß gemacht hat.
Vor allem aber: es war ein Wochenende der Gemeinsamkeit, wir haben, wieder einmal, gezeigt, dass alle im Verein zusammenstehen und füreinander da sind!


An erster Stelle ist hier die Initiatorin, Organisatorin und Leiterin des Trainerwochenendes zu nennen: Ein ganz dickes Lob unserer Jugendleiterin Lisa Sick, auch Trainerin der Prinzengarde, auch Funkenmariechen, auch Vorstandsmitglied... für Ihre hervorragende Arbeit im Vorfeld, während des Wochenendes und auch in der Nacharbeit. Ein Lob auch unsere Prinzengarde, die während der 3 Tage die Betreuung  gewohnt souverän übernommen hat, unserer Showtanzgruppe und unseres Männerballetts für die Hilfe, Verköstigung, Teilnahme, den Trainerinnen der Kinder- und Jugendgarde für ihren nimmermüden Einsatz als Basteler, Spielkamerad, Tröster und allen ungenannten Helfern vor und hinter den Kulissen. Ohne eure Hilfe, ohne diese Gemeinsamkeizt ist ein solches Wochenende nicht denkber, nicht machbar! Ihr alle macht uns, den Verein und seine Mitglieder, sehr sehr stolz. Dafür ein von Herzen kommendes, närrisches Dankeschön! Chapeau! SPO

Artikel SZ Männerballett

Artikel der Saarbrücker Zeitung, Ausgabe Neunkirchen von 17.März 2014

Männerballett

Sie tanzten, sie gewannen – die Herzen des Publikums

Zeit: 15. März 2014
Ort: Klinkenthalhalle Landsweiler-Reden
Anlass: 12. Männerballett-Tanz-Festival des KKV Landsweiler-Reden

Manchmal dauern Minuten Stunden. 5 Männerballetts hatten bereits getanzt, der Veranstalter verordnete dem Publikum in der Halle noch eine viertelstündige Pause, die Anspannung bei den Tänzern stieg, die Nerven zum Zerreißen gespannt, dann war es soweit – die „Tussi-Air“ des „So war noch nix 1847 Ottweiler“ startet auf der Bühne durch – und wie! Bereits bei der Prunksitzung ihres Vereins stellten „die Lumumbas“ das Schloßtheater in Ottweiler auf den Kopf, begeisterten durch ihre tänzerische Ausdruckskraft und ihre überschäumende Freude am Tanz ihr Publikum in einem fulminanten Finale. 3 Wochen danach wiederholten sie diesen Erfolg – diesmal in Landsweiler-Reden beim Männerballett-Tanz-Festival. Die tolle Stimmung im Saal macht deutlich – mit diesem Männerballett ist zu rechnen! Und die einhellige Meinung der anderen Männerballetts lautet anschließend: Mit ihrer Darbietung hat der KV So war noch nix 1847 Ottweiler die Messlatte sehr hoch gelegt. Und tatsächlich würdigt die Jury nach insgesamt 16 Tänzen die Leistung mit einem 1. Platz in der Kategorie Choreographie und einem 6. Platz in der Gesamtwertung. Ein überragendes Ergebnis für diese junge Truppe! Erst im Sommer 2013 fanden sie zusammen, gründete sich nach vielen Jahren Abstinenz ein neues Männerballett im So war noch nix 1847 Ottweiler. Und eines der wenigen im ganzen Saarland, das ausschließlich von einem Mann trainiert wird! Das Kunststück, vom Start weg einen so überragenden Erfolg zu erzielen, verdankt diese tolle Truppe ihrem Gründer, Trainer, Choreographen und Tänzer Oliver Reiß. Ihm gelang es, in nur wenigen Monaten aus Individualisten eine Einheit zu formen, die jedem Publikum sofort das Gefühl vermittelt, hier stehen echte Freunde auf der Bühne, hier tanzt jeder für den anderen, eine eingeschworene Gemeinschaft, die mit ihrem Können und ihrer Begeisterung am Tanz die Herzen jedes Publikums entflammt! Mit großer Ungeduld wartetet der stolze Verein, der sich trotz seines Alters immer wieder modern, frisch und innovativ zeigt, auf die Zeit, in der es wieder heißt: Luuuuuuuuuuuuuuumumba – Awwa so rischdisch!
Die Lummumbas, das sind: Markus Biehl, Philipp Jahn, Thomas Klos, Dominik Lessel, Steffen Luuk, Christoph Nätzer, Frank Weis, Jan Wilhelm, Matthias Zimmermann, Trainer Oliver Reiß



Prunksitzung

Zum Auftakt der diesjährigen blau-weißen Prunksitzung spielte traditionell der Fanfarenzug 1961 Ottweiler unter der Stabsführung von Patrick Kuhlgatz. Anschließend stellte der KV So war noch nix 1847 Ottweiler das Schloßtheater total auf den Kopf! Der wieder einmal komplett ausverkaufte Saal erlebte die erste große Stimmungswelle beim Einmarsch der Aktiven. Zuvor brach die gelungene Showeinlage von Bütten-Ass Moritz Meyer als „Ersatz“ für den erkrankten Klaus Lambert bereits das Eis. Als „neuer Sitzungspräsident“ präsentierte er dem Publikum den Tanz der Mini- und Jugendgarde. Unter der Leitung ihrer Trainerinnen Andrea Schreiner und Natalie Thull zeigte die Minigarde einen überaus reizenden Prinzessinnentanz, die Jugendgarde einen schmissigen Marschtanz. Damit gewannen sie die Herzen aller Fastnachtsfreunde im Saal auf Anhieb. Im Anschluss übergab Moritz Meyer dann das Mikrophon und die weitere Leitung der Veranstaltung dem neuen (und tatsächlichen) Sitzungspräsidenten Thomas Jahn. Nach der Begrüßung des Publikums und der Ehrengäste kam das Kommando: Jetzt geht´s los. Dieses bekannte Lied der Kölner Band Die Höhner, live gesungen von Thomas Jahn, signalisierte den Aktiven des Vereins den Einmarsch. Schwungvoll, mit viel Freude und Elan, ertanzten sich die Akteure des Abends ihren Weg durch das Spalier der stehenden und begeistert mitmachenden Fastnachtsfreunde. Funkenmariechen, Juniorengarde, Prinzengarde, Showtanzgruppe, Männerballett, Löffelgarde, Büttenredner, Elferrat, Vorstand und zuletzt die Sponheimer Hexen, die die in ihrer Obhut befindlichen Schwellkopfträger sicher durch die Menge führten, füllten schnell die Bühne im Schloßtheater. Ein Augenschmaus in blau-weiß! Die vereinseigenen Schwellköpfe haben in diesem Jahr einen besonderen Platz. Sie zieren den diesjährigen Sessionsorden, wieder einmal ein tolles Kunstwerk der Vereinskünstlerin Inge Sticher. Bevor das Programm dann starten konnte, geleiteten Löffelgardisten und Prinzengardistinnen den Bürgermeister Holger Schäfer und den Rechtsanwalt Ralf Thilmany zur Bühne. Holger Schäfer erhielt die Kappe des Vereins. Er zeigte in der Vergangenheit bei vielen Gelegenheiten sein Herz für die Fastnacht und großes Entgegenkommen gegenüber dem blau-weißen Verein. So verschob er extra einen wichtigen Termin, um dem „So war noch nix 1847 Ottweiler“ das karnevalistische Jubiläum der „Blücher-Rede“, grandios verfasst und vorgetragen von ihrem Ehrenpräsidenten Ernst Flaccus, im Januar 2014 auf dem Schlossplatz zu ermöglichen. Allerdings wird das Tragen der Kappe den Bürgermeister als Obrigkeit nicht vor dem genauen Hinsehen der Faasenachter des So war noch nix und der Redaktion der vereinseigenen „Großmaulzeitung“ schützen, so wurde ihm glaubhaft versichert. Ralf Thilmany, aktiv im „So war noch nix 1847 Ottweiler“ erstmalig im Jahre 1972, bereicherte den Verein bereits in vielen Funktionen. Als Gardetänzer, Musiker, Sänger und Prinz in der Vergangenheit, als amtierender Richter des närrischen Gerichts am Fetten Donnerstag in der Gegenwart ist er dem Verein treu verbunden. Dieser erhob ihn nun in den Rang eines Senators. Geehrt an diesem Abend wurde auch einer der beiden Vizepräsidenten. Günther Sticher erhielt für 2x 11 Jahre Vizepräsidentschaft einen extra für ihn geschaffenen Orden zu diesem wahrhaft närrischen Jubiläum. Und dann ging es so richtig los! Die Prinzengarde ehrte die frisch Gekürten mit ihrem Marschtanz. Unter der Leitung ihrer Trainerin Eva Wagner zeigte sie Gardetanz in Vollendung. Ihre großartige Leistung zeigte schon früh, welch hohes Niveau die Prunksitzung auch in diesem Jahr haben würde. Die anschließende Doppelbütt mit „Leon & Jacqueline“ (Leon Ritterböck und Jacqueline Nätzer), beide Mitglieder der Juniorengarde und damit noch jung an Jahren, als Nachwuchshoffnung zu beschreiben, würde den Beiden nicht gerecht werden. In ihrem 2. Jahr zählen sie bereits zu den Garanten toller Stimmung und strahlen eine Ruhe und Souveränität aus, die ihresgleichen sucht. Eine hochklassige Darbietung! Der Funkentanz von Sandra Rahn befeuert ebenso die Vorstellung nach einer glänzenden Zukunft. Als Funkenmariechen lässt sie es weder an Ausdruck noch an tänzerischen und akrobatischen Höhepunkten fehlen. Es ist unübersehbar, dass sie mit den Schwestern Nadja Luuk, langjähriges Funkenmariechen des Vereins und an Ausdruck nicht zu überbieten und Lisa Sick, amtierendes Funkenmariechen und eine Meisterin an Körperbeherrschung und Akrobatik, nicht nur hervorragende Trainerinnen, sondern durch die verwandtschaftliche Beziehung (Sandra ist die Cousine) den Gardetanz quasi in die Wiege gelegt bekam. Und da war er wieder: Zum 2. Mal betrat Moritz Meyer die Bretter, die die Welt bedeuten. Bereits seit einigen Jahren stand er als „De Schulbub“ in der Bütt, nun kam er, älter und der Schule entwachsen, als „Moritz“ und plauderte aus dem heimatlichen Nähkästchen. Bei soviel Witz und angeborenen Talent (seine Mutter ist die langjährige Büttenrednerin Christa Meyer, bekannt und verehrt als „es Elsbeth“) blieb kein Auge im Saal trocken. Eine famose, eine erstklassige Leistung! Bei solch starken jungen Akteuren braucht sich der „So war noch nix 1847 Ottweiler“ wahrlich keine Sorgen um die Zukunft zu machen. Nach dem Schließen des Vorhanges nahm die Juniorengarde Aufstellung hinter selbigen und zündete nach seinem Öffnen ein tänzerisches Feuerwerk. Erdacht und choreographiert von den Trainerinnen Bianca Schäfer und Lisa Sick zeigten die jungen Tänzerinnen (und 1 Tänzer) den Kontrast zwischen dem guten alten Charleston der 20ger Jahre des letzten Jahrhunderts und den modernen HipHop-Klängen und Tanzschritten der heutigen Zeit. Eine absolut überzeugende Performance, brillant umgesetzt von der jungen Garde des Vereins! Was anschließend die Bühne belebte und das Publikum in Stimmung brachte, waren die wahrscheinlich schönsten Hexen ganz Deutschlands. Die Sponheimer Hexen verzauberten mit ihrer Trainerin Olivia Flaccus und einer fabelhaften Tanzdarbietung den ganzen Saal. Solchen Hexen in dunkelster Nacht zu begegnen wäre eine riesige Freude und ein absolutes Vergnügen! Dann drohte der Saal, von Begeisterungsstürmen in seinen Grundfesten erschüttert, schier zu platzen. „De Nonni“, ein Urgestein der Ottweiler Fastnacht, Mentor und Vorbild der jungen Büttenrednergarde, betrat die Bühne. Nun hielt es wahrlich keinen mehr auf den Plätzen. In einer unglaublichen, mit Pointen und überraschenden Wendungen gespickten Rede, brachte er den Saal zum Kochen. Als er sich dann vor aller Augen vom Biedermann zum Funkenmariechen wandelte, gab es kein Halten. Der Saal skandierte „Nonni“-Rufe und war nur mit viel Mühe wieder zu beruhigen. Lisa Sick, sie fand bereits Erwähnung als Trainerin ihrer Cousine Sandra Rahn und als Trainerin der Juniorengarde, zelebrierte anschließend, trainiert von ihrer Schwester Nadja Luuk, die hohe Kunst des Funkentanzes auf der Bühne. Durch ihre Freude am Tanzen, ihre außergewöhnliche Körperbeherrschung und Akrobatik, entzündete sie mehr als ein Feuer im Publikum. Schmerzlich vermisst von ihrem Verein wurde das zweite Funkenmariechen der Prinzengarde, Franziska Müller, die sich ausgerechnet an der Generalprobe zur Prunksitzung das Knie so schwer verletzte, dass sie von ihrem Auftritt Abstand nehmen musste. Mit Tränen in den Augen nahm sie im Saal sitzend die Genesungswünsche ihrer Garde und ihres Vereins entgegen. Keine Zeit für Tränen, außer die aus den Lachdrüsen, ließ die folgende Darbietung. Als „Ein Ehepaar“ betraten Denise Drawer und Christopher Drawer, im richtigen Leben Cousin und Cousine, die Bühne. Was nun folgte, war ein wahres Feuerwerk an Witz und Pointen. Jeder im Saal hätte den beiden noch stundenlang bei ihren Urlaubserfahrungen zuhören können und nicht wenige fragten sich, wo dieser Verein in Ottweiler nur so viele qualitativ herausragenden Büttenredner findet. Ein weiterer Punkt, auf den der „So war noch nix“ zu Recht stolz sein kann! Die „Entführung eines Astronauten“, ein tänzerisches Highlight der Showtanzgruppe, konnte auf Grund der hochklassigen Darbietung unter Leitung ihrer Trainerin Melanie Biehl den Saal nicht im Entferntesten beruhigen. Das Stimmungsbarometer stieg unaufhörlich weiter. Dass ein Ehrenpräsident nicht zwangsläufig zum alten Eisen gehören muss, zeigte anschließend der Auftritt von Hans Paul als „Kritikaster“. In seiner unnachahmlichen Art las er allen Vegetarier und Veganern die Leviten. Scharf pointiert und treffend formuliert wies er auf die Nachteile dieser „Mode-Ernährung“ hin. Fazit: Nur die, die das Leben genießen, handeln bewusst und verantwortungsvoll. Eine Rede voll Witz und Esprit. Seit Jahren ein Garant für tolle Stimmung sind die Plaschderschisser Symphoniker. Chef-Plaschderschisser Klaus Nonnenmacher, alias „De Nonni“, zeigt alle Jahre wieder sein Gespür für den richtigen Ton und für überzeugende gesangliche Darbietung. Spätestens die „Schwarze Natascha“ riss das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes von den Sitzen. In Polonaiseformation durchzog es singend und feiernd das Schlosstheater! Eine unglaubliche, eine überzeugende Darbietung der Sängergruppe! Wer vom Publikum das Musical Grease kannte, musste seine Einschätzung bei der nachfolgenden Darbietung revidieren. Denn die Prinzengarde setzte mit Ihrem Showtanz neue Maßstäbe. Soviel Schwung, Lebensfreude und tänzerische Höhepunkte ließ selbst das Original vermissen. Eva Wagner führte in ihrem letzten Jahr als verantwortliche Showtanz-Trainerin ihre Garde erneut zu ungeahnten Höhen. Wenn das Publikum der Prunksitzung zu diesem Zeitpunkt schon längst auf den Stühlen gestanden hat, beim Auftritt der Playbackshow erklomm es auch die Tische. In gewohnt souveräner Manier und mit überzeugender Performance brachte sie zu ihrem 10. Geburtstag den Saal endgültig zum Kochen. Bekannte, beliebte Lieder in begeisternder Art dargeboten, die Playbackshow rockte – wie in jedem Jahr – den Saal. Unter der Führung ihrer Trainerinnen Melanie Biehl, Olivia Flaccus und Daniela Reiß bedeutete es: Stimmung pur! Als einziger Fremdakteur des Abends unterhielt „De Wuschd“ die Anwesenden auf das Köstlichste. Den Büttenredner aus Spiesen, Klaus Reichert mit wahrem Namen, braucht hierzulande keiner mehr vorzustellen. Sein Name ist Garant für Begeisterungsstürme und erstklassige Pointen. Aber was nach ihm kam, war das absolute und sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i. Muskulöse Männer in Uniform marschierten in militärischer Haltung durch den Saal, zeigten in akrobatischen Darbietungen Unglaubliches vor den Augen der Zuschauer, um dann auf der Bühne sich vom wahren Mann in treusorgende Stewardessen zu verwandeln. Seit viel zu langen Jahren musste die närrische Gemeinde auf ihr Männerballett verzichten. In diesem Jahr feierte es unter der Federführung seines Initiators, Choreographen und Trainer Oliver Reiß ein fulminantes Comeback. Und die Wartezeit hat sich gelohnt: Für dieses Können, für diesen Enthusiasmus, für diese Freude am Tanzen und für diese mitreißenden Darbietung ist zwar jedes Warten zu lang, aber auch ein gerne gebrachtes Opfer! Sie sind wieder da! Das im Anschluss stattfindende Finale kam für viele im Saal gefühlt viel zu früh! Ein Medley der beliebten und aus dem Kölner Fastelovend bekannten Band Die Höhner versammelte alle Aktiven auf der Bühne, bevor sie in einer abgewandelten Form des Liedes „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller, wiederum live gesungen vom Sitzungspräsidenten Thomas Jahn und unterstützt vom Chor aller Aktiven, als Dankeschön an das Publikum den Ausmarsch einleitete. Den Akteuren, dem Organisationsteam und den Verantwortlichen kann man für diese Veranstaltung nur das allergrößte Lob aussprechen. Ein so perfekt geplanter und durchgeführter Abend mit einer so großen Anzahl an Highlights ist eine absolute Werbung für den Verein und ein tolles Aushängeschild für die Stadt Ottweiler!

Artikel Löffelgarde

Eine ehrwürdige Garde mit alter Tradition

Auf einem Foto des „So war noch nix 1847 Ottweiler“ von Prinzenpaar und Hofstaat aus dem Jahr 1884 stand sie bereits in voller Pracht stramm – die Löffelgarde! Eine echte Institution im ältesten saarländischen Karnevalsverein! Die Aufgabe dieser Garde war schon damals der Schutz des Prinzen Karnevals, sie existiert, mit kurzen Unterbrechungen, seit den Anfangszeiten des So war noch nix. Vor 2 Jahren wiederbelebt, wurde sie bereits in kürzester Zeit eine feste und verlässliche Größe im Vereinsleben. Mit viel Fleiß, Engagement und Hilfsbereitschaft etablierte sich die Löffelgarde als echte Stütze des So war noch nix. Egal, welche Arbeit zu tun war, stets stand sie bereit, krempelte die Ärmel hoch und packte mit an. Und anlässlich der Verhaftungen und närrischen Gerichtsprozessen am Fetten Donnerstag kochte sie die wahrscheinlich beste Erbsensuppe des ganzen Saarlandes! Wohl dem Verein, der eine solch tolle Truppe sein eigen nennt! Und die Anzahl ihrer Mitglieder wächst stetig und unaufhörlich an. Kein Wunder, bieten diese feschen Männer in ihren blau-weißen Uniformen doch einen herrlichen Anblick und die Zugehörigkeit zu dieser tollen Garde mit ihrem Zusammenhalt und ihrer Kameradschaft ist mehr als erstrebenswert. In der vergangenen Session wurde am Fastnachtssonntag bei der traditionellen Truppenparade des So war noch nix 1847 Ottweiler in Markus Biehl der Löffelgarde auch endlich wieder ein General ernannt, der als Zeichen seines hohen Ranges und der Würde seines Amtes einen riesigen Löffel trägt. Traditionsgemäß befehligte er anschließend souverän und gekonnt die angetretenen Garden zum Appell und zum Ordensempfang.
Besonders gefreut hat sich die Löffelgarde kurz vor Ende der Session über eine Spende vom Malerfachbetrieb Markus Schütz aus Ottweiler/ Fürth. Der kompetente Ansprechpartner in den Bereichen Moderne Fassadenbeschichtung, Innen und Außenputz, Tapezierarbeiten, Bodenbelagsarbeiten, Lasur - und Lackierarbeiten stattete die Löffelgarde mit neuen T-Shirts aus.
Dafür ein herzlich närrisches Dankeschön und viel Erfolg für Markus Schütz und seinen Malerbetrieb!

Die Löffelgarde mit General Markus Biehl und dem Vizepräsident des So war noch nix 1847 Thomas Jahn danken dem edlen Spender

Briefkasten GMZ hängt für 2014

Endlich wieder soweit! Der Briefkasten der Großmaul-Zeitung hängt!

1859, vor 14x 11 Jahren, erschien die erste Ausgabe der Großmaul-Zeitung des „KV So war noch nix 1847 Ottweiler“. Seitdem ist sie das Presseorgan wider der Bosheit, des Dünkles und der Dummheit und ein traditionsreiches Stück Ottweiler Fastnacht.
Jeder Bürger, Mitmensch und nicht nur „Plaschderschisser“ ist aufgefordert, in Beiträgen und Artikeln zum Himmel schreiende Ungerechtigkeiten, Handlungen von Mitmenschen, über die sich nur der Kopf schütteln lässt oder den wild galoppierenden
Amtsschimmel humoristisch verpackt „an den Pranger“ zu stellen. Die Texte, ob Prosa oder Lyrik, gerne auch Bilder, können anonym ab sofort in unseren Briefkasten (mit der Sponheimersch) am Geländer des „Nassauers“ eingeworfen werden. Wer die NSA oder sonstige Schüffelorgansiationen nicht scheut, kann sie auch gerne via Internat an die Adresse
„grossmaulzeitung@web.de“ senden. Wir garantieren jedem Einsender absloute Anonymität! Die gedruckte Ausgabe der Großmaulzeitung wird durch unsere Vereinsmitglieder am 15. Februar 2014 in der Straßen und anschließend bis Aschermittwoch in Geschäften der Stadt verkauft. Seien Sie dabei, ob aktiv oder passiv! Wer nicht für die Großmaulzeitung schreibt oder nicht in ihr abgedruckt ist, hat etwas verpasst!
Die Termine auf einen Blick

Jetzt in den Kalender eintragen und keine Veranstaltung verpassen!

15.02.2014 Verkauf der Großmaulzeitung in allen Straßen
22.02.2014 Prunksitzung
23.02.2014 Seniorensitzung
27.02.2014 Verhaftungen und närrische Gerichtsverhandlungen
27.02.2014 Stadtstürmung
28.02.2014 Oldie-Night
02.03.2014 Truppenparade auf dem Schlossplatz

02.03.2014 Kinderkostümfest im Schloßtheater
04.03.2014 Umzug Ottweiler

Blücherrede

Sensation in Ottweiler!
KV So war noch nix 1847 holt Blücher ins Saarland
Der älteste Karnevalsverein des Saarlandes, der „So war noch nix 1847 Ottweiler“, präsentiert den
preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht Blücher.
Genau 200 Jahre nach seiner Ansprache an das Ottweiler Bürgertum im Jahr 1814 hält er erneut in
der Stadt Ottweiler eine Rede. Bekannt wurde der „Marschall Vorwärts“ genannte Blücher („geht
ran wie ein Blücher“) durch die Schlacht bei Waterloo 1815, in der er dem englischen Herzog von
Wellington („ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen“) rechtzeitig gegen Napoleon zu
Hilfe kam. Gemeinsam befreiten sie Europa endgültig aus dem napoleonischen Würgegriff.
Am 10. Januar 2014 um 18.00 Uhr spricht der preußische Oberbefehlshaber in Ottweiler auf dem
Schlossplatz erneut zu den Bürgern. In seiner Rede wird er deutlich machen, was in den
vergangenen 200 Jahren zu erwarten war.
Der KV „So war noch nix 1847 Ottweiler“ kommt dabei seiner karnevalistischen Verpflichtung und
Aufgabe nach, Obrigkeit und Militarismus die ihnen gebührende Unterstützung zu gewähren.
Ihnen geht garantiert nicht nur ein Licht, die Wahrheit oder die Augen auf, sondern auch die
Schnürsenkel.



Blücher in Ottweiler, Gemälde von Franz Kiederich